Der Hülsenpfad

In een oogopslag

  • Eindpunt: Lindenstr. 24-26, 49586 Neuenkirchen
  • 1,42 km
  • 20 minuten
  • 68 m
  • 62 m

Rundgang durch Neuenkirchen mit einem Blick auf die Ortsgeschichte

Die neue Kirche
Die in den Jahren 1895 – 1897 erbaute St. Laurentius-Kirche

Die alte Kirche war in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts zu klein und zudem baufällig geworden, sodass der Wunsch nach einem neuen Gotteshaus laut wurde. Trotz großzügiger Spenden konnten weder Pastor Josef Connemann (1840 – 1859) noch sein Nachfolger Pastor Bernhard Batsche (1859 – 1885) einen Neubau verwirklichen. Ungünstig wirkte sich auch der Kulturkampf aus, die große Auseinandersetzung zwischen dem protestantischen Staat Preußen und der katholischen Kirche (1871 – 1887).
Neuen Aufschwung erhielt der Plan des Kirchenneubaus, als 1888 der bisherige Pfarrverweser von Wellingholzhausen, Friedrich Vornholt, zum Pfarrer von Neuenkirchen ernannt wurde. Dank weiterer großzügiger Spenden – auch vom Pfarrer selbst – und der Opferbereitschaft der Bevölkerung des Kirchspiels konnte das Vorhaben
– Bau einer neugotischen Hallenkirche mit einem 65 Meter hohen Turm – realisiert werden. Die Grundsteinlegung erfolgte am 24. September 1895 durch Pfarrer Vornholt. Mitte Dezember 1897 wurde der Neubau fertiggestellt. Am 28. September 1898 wurde die Kirche durch den Weihbischof von Münster, Maximilian Gereon Graf von Galen, eingeweiht. Die Maurerarbeiten waren von den Neuenkirchener Maurermeistern Heinrich und Johann Schwertmann sowie Maurermeister Hollenbeck (Bramsche) ausgeführt worden. Damals war ein derartiger Kirchenbau eine große Herausforderung für die Handwerker. Die Bevölkerung des Kirchspiels Neuenkirchen hatte nicht nur mit Geldspenden, sondern auch durch kostenlose Hand- und Spanndienste sowie Hilfsarbeiten auf der Baustelle ihren Beitrag zum Kirchenbau geliefert. Die Baukosten beliefen sich auf 120.000 Mark, dazu kamen noch die Kosten für die Innenausstattung, der neue, 1909 aufgestellte Hochaltar, kostete allein 20.000 Mark. Die Gesamtkosten lagen somit weit über 140.000 Mark, eine für die damalige Zeit und das Kirchspiel enorme Summe. Das fast ganz katholische Kirchspiel Neuenkirchen (Kirchdorf Neuenkirchen, Bauerschaften Vinte, Limbergen, Lintern) hatte am 2. Dezember 1896 nur 1392 Einwohner.
Die ursprüngliche kunstvolle bunte Bemalung des Kircheninnenraumes wurde 1960 durch einen schlichten Anstrich ersetzt. Die kunststoffhaltige Farbe hat im Laufe der Zeit
Mauerwerk und Putz geschädigt und somit eine Renovierung notwendig gemacht.
Die alten Malereien wurden 1987/88 wieder freigelegt und restauriert. Seit 1988 ist das Kircheninnere wieder in seinem ursprünglichen Aussehen sichtbar. Weitere Kunstwerke
sind der von Bildhauer Memken und Kunsttischler Thiesing geschaffene gotische Flügelaltar (Hochaltar) mit seinen beiden Seitenaltären, das gotische Sakramentshäuschen aus der Zeit um 1500, die vom Glasmaler von der Forst (Münster)
geschaffenen großen Chorfenster, der von den Bildhauern Robert Lobenberg (Münster) und Heinrich Schröder (gebürtig aus Neuenkirchen) gefertigte Kreuzweg, die vom Orgelbauer
Haupt (Osnabrück) errichtete Orgel, die von Architekt Lütz (Osnabrück) und Kunsttischler Thiesing (Osnabrück) geschaffene Kanzel, die von Thiesing gefertigten Beichtstühle
und der gotische und frühbarocke Elemente aufweisende Taufbrunnen sowie der im Jahre 2016 neu aufgestellte romanische Taufbrunnen aus der alten Kirche.
Der Bau der neuen Kirche hatte auch eine kommunale und wirtschaftliche Bedeutung – um das neue Gotteshaus siedelten sich Handwerksbetriebe an. Es entstand das „neue
Dorf“ an der Lindenstraße und an der Poststraße.

Das alte Pfarrhaus beim Dorfteich
Eine der ältesten Abbildungen des aus Sandsteinen erbauten Pfarrhauses findet sich auf einer Postkarte aus dem Jahre 1909. Im Haus war nicht nur die Wohnung des Pfarrers untergebracht, sondern in seinem Obergeschoss war ein „Saal“ eingerichtet worden, wo die „Bischofsfeiern“ stattfanden, wenn sich der Bischof anlässlich der Firmung
in Neuenkirchen aufhielt. Auf der Postkarte ist zu erkennen, dass das Pfarrhaus eine Dielentür hatte. Das heißt, es hatte zusätzlich einen landwirtschaftlichen Gebäudeteil.
Die Pastöre waren damals der überwiegend bäuerlichen Bevölkerung ihres Kirchspiels dadurch verbunden, dass sie – wie die Lehrer – selber auch Landwirtschaft betrieben.
So gehörten beispielsweise während des 1. Weltkrieges zur „Hochwürdigen Landwirtschaft“ des Pfarrers Friedrich Vornholt „Kühe, Schweine, Schafe, Hühner, Katzen und ein Hund“. Gerade in Kriegszeiten war die Eigenversorgung besonders wichtig.
Das Pfarrhaus wurde Mitte der 1960er Jahre abgebrochen und durch einen Klinkerbau ersetzt, der im November 1967 von Pfarrer Johannes Bartels und Vikar Ludwig Lemper
bezogen wurde.

Das alte Dorf
Die mittelalterlichen St. Laurentius-Kirchen

Im Jahre 2009 fanden Ausgrabungen im Bereich des alten Dorfes – auf dem heutigen Schulgelände – statt. Als die Archäologen die Fundamente der 1899 abgebrochenen Kirche freilegten, machten sie eine überraschende Entdeckung, denn sie stießen auf die Apsis (Rundbau) einer noch älteren Kirche, die „vermutlich schon im 10. Jahrhundert, spätestens im 11. Jahrhundert“ erbaut wurde. Ob es vorher eine Holzkirche gegeben hat, ist nicht bekannt. Der von alten Fotografien noch bekannte romanisch-gotische Nachfolgebau wurde wahrscheinlich „bereits im 12./13. Jahrhundert“ erbaut. Über
den Gründer der Kirche ist nichts bekannt. Nach der gängigen Überlieferung soll es sich bei der Kirche zunächst um eine Eigenkirche der Grafen von Ravensberg gehandelt haben,
die um 1140 aufgrund der Heirat der Gräfin Hedwig von Ravensberg und des Grafen Gerhard von Dale Eigentum der Grafen von Dale geworden sei. In einer Urkunde von 1327 ist das Patronat des Bischofs von Osnabrück bezeugt.
Auf den alten Bildern sieht man, dass der wuchtige Kirchturm Schießscharten aufweist. In früheren Zeiten diente der Turm als Zufluchtsort vor gewalttätigen Söldnern. Zudem konnte er mit Schusswaffen verteidigt werden. Kirchen mit Wehrtürmen bildeten in der Regel den Mittelpunkt von Kirchhofsburgen, die von Mauern oder Palisadenwällen umgeben waren.
Ein Burgbereich wird in einem Visitationsbericht von 1652 bezeugt. Dort werden „der auf dem Kirchhofe stehende Speicher und das verfallene Pforthaus“ (Torhaus) erwähnt.
1653 werden neben den Häusern des Pastors und des Küsters auch ein „Beinhaus“ im Bereich der Kirche genannt. Reste der Kirchhofmauer sind heute noch zu sehen.
Die wertvollsten Einrichtungen in der Kirche waren der barocke Hochaltar, die Orgel und das gotische Sakramentshäuschen. Der vom Bildhauer Thomas Jöllemann aus Holte/
Hümmling geschaffene Altar fand 1729 zunächst seinen Platz im Kloster Gertrudenberg in Osnabrück. Nach der Aufhebung des Klosters 1803 erwarb die Pfarrei Neuenkirchen den Altar, der von 1815 bis 1897 in der alten Kirche stand. Die 1702 vom Orgelbaumeister H. Klausing gebaute Orgel stammte ebenfalls vom Kloster Gertrudenberg. Sie wurde in die neue Kirche übernommen und war bis Mai 1913 im Gebrauch. Das „aus der Zeit um 1500“ stammende Sakramentshäuschen soll ursprünglich in der Augustinerkirche in Osnabrück
gestanden haben. Es wird 1624 in einem Visitationsbericht als Teil des Inventars der hiesigen Kirche genannt. Das Sakramentshäuschen wurde Ende des 19. Jahrhunderts in
die neue Kirche überführt und steht heute noch dort. Das älteste Inventar – der 1624 ebenfalls genannte romanische Taufbrunnen – soll in der „neuen“ Kirche seinen Platz finden. In der alten Kirche hatten die seit dem 17. bzw. 18. Jahrhundert auf dem Gut Limbergen ansässigen adligen Familien von Schwietering und von Biegeleben Erbbegräbnisse. Bei ihren Ausgrabungen 2009 stießen die Archäologen auf
mehrere Gräber. In der Kirche befanden sich Epitaphien (Gedenktafeln) der beiden Adelsfamilien. Der von einer Bruchsteinmauer umgebene Friedhof befand sich auf dem
Kirchplatz.
Nach der Fertigstellung der neuen Kirche im Dezember 1897 standen das alte und das neue Gotteshaus bis April 1899 nebeneinander. Dann erfolgte der Abriss der alten Kirche.
An den vormaligen Standort des Hauptaltars erinnerte nach dem Abbruch zunächst ein Holzkreuz, das der von 1931 bis 1942 in Neuenkirchen tätige Pfarrer Joseph Otten durch
ein vom Bildhauer Nolde geschaffenes Steinkreuz ersetzen ließ. Als der Schulhof in den 1960er Jahren neu gestaltet wurde, wurde das Kreuz durch eine Sandsteinplatte ersetzt.
Am Standort der alten Kirche steht heute die im Jahre 2010 erbaute Grundschule. In der Schule erinnert nunmehr eine Bronzetafel an den einstigen Standort der beiden
mittelalterlichen Kirchen.

Die alte Schule bei der Küsterei
In früheren Zeiten waren in Neuenkirchen die Küster zugleich als Lehrer tätig. Im alten Dorf stand das Schulgebäude direkt neben der Küsterei. Während der Lehrtätigkeit des Küsters Heinrich Schwanke (1846 – 1889) herrschte große Raumnot, da die Schule nur einklassig war. In einem Bericht aus dieser Zeit heißt es schließlich: „Eine Klasseneinteilung gab es damals noch nicht. Sämtliche etwa 120 Schulkinder waren in
einem verhältnismäßig kleinen Raum zusammengepfercht.“
1903 – als Rudolf Deters dort Lehrer war – betrug die Schülerzahl sogar 128. Angesichts dieser untragbaren Zustände wurde auf Initiative des Pfarrers Friedrich Vornholt,
der zugleich Ortsschulinspektor war, 1906 auf dem Standort der alten eine neue zweiklassige Schule errichtet. Die aus Sandsteinen erbaute und mit hohen Fenstern versehene neue Schule verfügte über zwei Klassenräume (Unter-/Mittelklasse und Oberklasse). Die Fußböden bestanden aus Holzdielen. Die Schüler saßen auf Viererbänken. In den Klassenräumen standen Kanonenöfen, die mit Vinter Torf geheizt wurden. Die Kinder wurden in den Fächern Religion, Lesen, Schreiben, Rechnen, Zeichnen, Heimatkunde, Geschichte, Naturkunde, Geographie und Musik unterrichtet.
Das zweiklassige Schulgebäude konnte aber auf Dauer den pädagogischen Anforderungen nicht gerecht werden – angesichts sprunghaft angestiegener Schülerzahlen nach dem
Zweiten Weltkrieg, hauptsächlich bedingt durch den unfreiwilligen Zuzug von Vertriebenen aus den Ostgebieten des untergangenen Deutschen Reiches. Daher wurde zu Beginn
der 1950er Jahre eine dreiklassige Schule mit Lehrerwohnung erbaut, in der 1953 die Lehrtätigkeit aufgenommen wurde. Die alte Schule wurde von der katholischen Pfarrgemeinde als Jugendheim („Laurentius-Heim“) genutzt. Aufgrund gestiegener Schülerzahlen wurde das alte Gebäude bis 1965 auch wieder zu schulischen Zwecken genutzt.
1966 wurde das alte Schulgebäude abgebrochen und an seiner Stelle die Mittelpunktschule (Hauptschule) errichtet, die im August 1967 eröffnet wurde.

Der Schultenhof
Keimzelle des Dorfes Neuenkirchen

Im Güterverzeichnis des Grafen Heinrich von Dale aus dem Jahre 1188 werden ein Schultenhof in Neuenkirchen („curtis in Nyenkerken“) und ein dazugehöriger Hof („mansus
attinentes“) erwähnt. Bei den Höfen soll es sich um den Schultenhof und den damals noch ungeteilten Hof Westerlage in Neuenkirchen im Hülsen handeln.
In einem Nachtrag des Tafelgutregisters, das der Osnabrücker Bischof Engelbert um 1240 anfertigen ließ, wird der Schultenhof („curia in Nienkerken“) genannt.
Eine Urkunde des Osnabrücker Bischofs Gottfried von 1327 erwähnt außer dem Schultenhof („curtem in Nyenkerken in Hulze“) auch den dazugehörenden Wald, genannt Sundern („silva que dicitur Sundere in Nienkerken“)
Der Schultenhof war ein Oberhof, der einer Reihe von Höfen vorstand. Im Bederegister von 1441 werden genannt die Höfe Godemann (Gohmann-Lintern) und Hagedorn
(Hagedorn-Lintern) sowie die Höfe Henke Middendarp (Middendorf-Vinte), Mathgoricsmeck (Mitgös-Vinte), Godekink (Göing-Vinte) und der Hof Hanke Taberdinck (Egberding-Voltlage?).
Aus dem Lagerbuch des Amtes Fürstenau, dem so genannten „Sachsenbuch“, von 1582 geht hervor, dass damals eine Frau, nämlich „Hille de Schultissche to Nienkerken“, dem
Hof vorstand.
Aus einer im Jahre 1663 verfassten Beschreibung des Amtes Fürstenau ist zu entnehmen, dass der mit Eichen und Buchen bestandene Sundern ein aus der Kleinen Gehnmark ausgesonderter Bereich war. Zur Kleinen Gehnmark gehörten Neuenkirchen, Lintern und ein Teil Ueffelns. Bei den Marken handelte es sich um unkultivierte Ländereien (Wälder, Moore, Heiden, Wiesen), die von den Markgenossen (Bauern) gemeinsam genutzt wurden. Im Sundern aber hatte nur der fürstbischöfl iche Schultenhof ein Nutzungsrecht. Dies bestand im Holzeinschlag und im Eintrieb von Schweinen
zur Eichel- und Bucheckernmast. Der Schulte musste es allerdings hinnehmen, dass die Schweine der Linterner Bauern nach einem alten Gewohnheitsrecht („ductus naturae“) im Sundern weiden durften, wenn sie aus eigenem Antrieb dorthin gelaufen waren; d.h. sie durften nicht dorthin getrieben worden sein.
In der Kleinen Gehnmark war der Fürstbischof Oberholzgraf, d.h. er hatte das Recht des Gebietens und Verbietens. Sein „erblich hergebrachter“ Stellvertreter in Neuenkirchen war der Schulte als Unterholzgraf. Für den Bau der fürstbischöfl ichen Festung St. Petersburg in Osnabrück (1628 – 1632) waren die besten Eichen im Sundern gefällt worden. Die Kahlschläge während des Dreißigjährigen Krieges, weiterer Raubbau im 17./18. Jahrhundert und die Vertilgung von Setzlingen durch übermäßiges Weiden hatten
in den Markenwäldern schwerwiegende Folgen. Noch 1785 war in der kleinen Gehnmark außer einem lichten Wäldchen in der Dorenriede nur noch der Sundern beim Schultenhof
als größerer Waldbestand vorhanden. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Folgen des Raubbaues an den Wäldern überwunden. In einem Bericht aus dem Jahre 1803 heißt es, dass der Sundern „gut mit Eichen, Buchen, Föhren und etwas Rottannen besetzt“ sei.
Im Jahre 1831 erwarb der Bauer Matthias Schulte den 35,4 Hektar großen Sundern. Damit ging der landesherrliche Sundern in das Eigentum der Familie Schulte über. Am 23. Juni 1893 war ein großer Waldbrand im Gehn. Am 1. Juni 1911 kam es zu einem weiteren Großbrand, der bis zur Straße Neuenkirchen-Ueffeln und an den Sundern heranreichte. Das Gebiet südwestlich des Gehns wurde nicht wieder aufgeforstet.

Die Mühle
Wechselvolle Geschichte und lange Familientradition

1766 wurde in Borgloh eine Windmühle abgebrochen und in Neuenkirchen auf dem Lünort neu errichtet. Mühleneigentümer war der noch unmündige Landesherr des Fürstbistums Osnabrück, Friedrich von York, für den sein Vater Georg III., König von Großbritannien und Kurfürst von Hannover, die Regentschaft ausübte. Das an der Mühle angebrachte Wappen erinnert noch heute an Fürstbischof Friedrich von York, der 1783 die Regierung übernahm. 1802 überließ Friedrich seinem Vater Georg das Fürstbistum Osnabrück, der es in das Kurfürstentum Hannover eingliederte. Eigentümer der Neuenkirchener Windmühle
wurde somit der britische König Georg III. als Kurfürst von Hannover.
1810/11 gliederte Napoleon Bonaparte ganz Nordwestdeutschland in das Kaiserreich Frankreich ein und wurde damit Eigentümer der Neuenkirchener Windmühle. Dieses
Eigentumsverhältnis endete im November 1813, als russische Truppen in das Amt Fürstenau einmarschierten und damit Napoleons Herrschaft hier ein Ende setzten.
Die mit zwei Mahlwerken und einem Ölschlagewerk ausgestattete Mühle war 1768 für zwölf Jahre von Johann Friedrich Finckmann aus Bramsche gepachtet worden.
Doch bereits 1772 wurde die Mühle an die Neuenkirchener Erbkötter Friedrich Gerken, Johann Heinrich Kabbes und Dietrich Sunder neuverpachtet. Müller war Christopher
Starck, der im Backhaus des Markkötters Johan Schmit wohnte.
1852 wurde die Mühle durch einen „starken Wirbelwind“erheblich beschädigt: Die Kappe mit den Flügeln wurdeheruntergerissen und auch das Mahlwerk in der Mühle stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Pächter Kolon Schulte (Neuenkirchen), Kolon Abing (Limbergen) und Erbkötter Sunder (Neuenkirchen) baten daher im Jahre 1854 die
Königliche Domänenkammer in Hannover für die Zeit der umfangreichen Reparaturarbeiten um den „gnädigen Erlass“ der jährlichen Pachtgelder sowie um einen Zuschuss zu den
Baukosten von über 5000 Talern. 1888 kaufte Kolon Abing aus Limbergen die Mühle, da
seine Söhne August und Karl Müller werden sollten. Da die beiden aber bereit sein mussten, wegen der Windverhältnisse auch in der Nacht zu arbeiten, gefi el ihnen dieses Handwerk nicht. Deshalb verkaufte Bauer Abing bereits 1890 die Mühle wieder. Käufer war Müllermeister Bernhard Brockamp aus Thiene.
Er brach 1895 die nur bis zur Windbrücke aus Stein erbaute Mühle ab und baute sie im Kleinen Sundern ganz massiv wieder auf. Da es viel Holz gab, stattete Bernhard Brockamp die neue Mühle zusätzlich mit einem Sägewerk aus. Um von den unregelmäßigen Windverhältnissen unabhängig zu werden, wurde vor dem 1. Weltkrieg (1914-1918) eine Dampfmaschine zum Antrieb des Mühlenwerkes eingebaut, die später von einem Sauggasmotor abgelöst wurde. 1960 erfolgte die Umstellung auf Elektroantrieb. Müllermeister Gerhard Brockamp, Erbe seines Vaters Bernhard, arbeitete unermüdlich an der Mühlentechnik. Brockamps Mühle war schon in den 1930er und 1940er Jahren als Hersteller besten Feinmehls weit bekannt. Dennoch war in den 1950er Jahren auch die Neuenkirchener Mühle vom „Sterben“ der kleineren Mühlen wegen der Errichtung von sehr großen Mühlen zur Feinmehlherstellung betroffen. Die Feinmehlherstellung
musste zwar aufgegeben werden, doch der Mühlenbetrieb konnte erhalten werden. Es erfolgte die Umstellung auf die Herstellung von Kraftfutter für die Landwirtschaft.
Eine Maßnahme, die sich dauerhaft als erfolgreich erwies. Der Mühlenbetrieb (Kraftfutterwerk) wurde 2007 mit dem Zertifi kat „Qualität und Sicherheit“ (QS) ausgezeichnet. Müllermeister Andreas Brockamp und seine Schwester Verena übernahmen 2010 die Familientradition von ihrem Vater, dem Müllermeister Bernhard Brockamp, und führen seitdem den elterlichen Betrieb in der vierten Generation weiter. Die Mühle produziert eigens entwickeltes und qualitativ hochwertiges Kraftfutter für Pferde, Schweine und Wiederkäuer. Die Familie Brockamp konnte im Jahre 2015 auf eine 125jährige traditionsreiche Mühlen- und Familienunternehmensgeschichte zurückblicken.

Das St. Elisabeth-Stift
Krankenhaus in Neuenkirchen

Die 1888 verstorbene Witwe Elisabeth Kitzero hatte in ihrem Testament „die Errichtung eines Krankenhauses in hiesiger Gemeinde“ verfügt. Noch im Jahre 1888 begannen Thuiner Ordensschwestern mit der Krankenpfl ege in der ehemaligen Gastwirtschaft Kitzero. Doch auf die Dauer konnte dieser Standort den medizinischen Anforderungen nicht gerecht werden. Daher setzte sich Pfarrer Friedrich Vornholt mit Unterstützung des Osnabrücker Bischofs Bernard Höting und des Dompastors Hermann Kitzero für den notwendig gewordenen Neubau eines Krankenhauses ein. Diese Bemühungen hatten Erfolg. In den Jahren 1893 bis 1895 wurde ein neues Krankenhaus erbaut; die Maurerarbeiten wurden von den Maurermeistern Heinrich und Johann Schwertmann aus
Neuenkirchen ausgeführt. Im September 1895 wurde im Beisein des Dompastors Hermann Kitzero das Krankenhaus eingeweiht. Zu Ehren der Stifterin Elisabeth Kitzero erhielt es den Namen St. Elisabeth-Stift. 1895 wurde zusätzlich ein Wirtschaftsgebäude fertiggestellt, da das Krankenhaus auch Landwirtschaft betrieb. 1896 wurde eine Hauskapelle eingerichtet, 1908 ein Krankenzimmer zu einem Operationsraum umgebaut. Da das Krankenhaus auch Patienten aus anderen Kirchspielen aufnahm, erwies es sich bald als zu klein. Deshalb wurde 1914 das Dachgeschoss ausgebaut. Die Bauleitung hatte Clemens Schwertmann. Doch bei dieser Erweiterung blieb es nicht, denn 1936 wurde an der Nordseite ein 14 Meter langer Flügel angebaut.
Ernsthaft bedroht war das Krankenhaus am 9. April 1945, als um Neuenkirchen gekämpft wurde. Da deutsche Soldaten vom Wirtschaftsgebäude aus Widerstand leisteten, wurde es von britischen Truppen in Brand geschossen. Ein Niederbrennen des Krankenhauses konnte gerade noch verhindert werden. In den 1950er Jahren wurden im Krankenhaus weitere bauliche Veränderungen durchgeführt, der Wirtschaftsteil durch neue Scheunen erweitert. Zu Beginn der 1960er Jahre bekam das St. Elisabeth-Stift eine weitere Funktion: Es wurde in seinem Obergeschoss zusätzlich als Altenheim genutzt. Um den alten Leuten den Weg zu ihren Räumen zu erleichtern, wurde 1968 ein Personenaufzug
gebaut. 1969/70 wurden ein Eingangs- und Verwaltungstrakt an das Krankenhaus angebaut und im Haus selber größere Renovierungsarbeiten durchgeführt.
Das Jahr 1983 brachte eine tiefgreifende Zäsur in der Geschichtedes St. Elisabeth-Stifts. Zum Jahresende wurde der Krankenhausbetrieb eingestellt. Die Krankenpfl ege hatte
seit 1888 in den Händen von Thuiner Ordensschwestern gelegen, die fast ein Jahrhundert lang segensreich in Neuenkirchen wirkten. Die erste Oberin des Krankenhauses wurde
Schwester Norberta Spielmann, die von 1888 bis 1948 fast ununterbrochen im Krankenhaus tätig war. Ebenfalls jahrzehntelang – von 1934 bis 1991 – war hier Schwester
Maximilia tätig. Die aus dem Schwarzwald stammende Ordens- und Narkoseschwester hatte sich schnell in Neuenkirchen eingelebt und die Herzen ihrer Patienten und der
Bevölkerung gewonnen. Sie wurde liebevoll „Schwester Mäxken“ genannt. 1977 wurde Schwester Maximilia aufgrund ihrer großen Verdienste in der Kranken- und Altenpfl ege mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 1984 wurde sie Ehrenbürgerin von Neuenkirchen.
Seit der Einstellung des Krankenhausbetriebes wird das Haus ausschließlich als Alten- und Pfl egeheim genutzt. In den 1980er Jahren und 1999 wurden neue Gebäude errichtet.
2009 wurde das aus Sandsteinen des Gehns erbaute ehemalige Krankenhaus abgebrochen und 2010/11 durch einen Neubau mit 66 Pfl egeplätzen ersetzt.

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